(
Der kurvenreichen
Landstrasse folgend fand ich bald die Burg, stolz in Groesse und Architektur,
umschlossen von einem Waeldchen, ohne Tor und Mauer. Nach allseitiger
Inspektion war ich mehr befriedigt mit diesem Grundriss als mit irgendeinem
den ich je zuvor gesehen hatte, denn es schien mir, dass die Burg zugleich
hochschaute in eigenstaendiger Erhabenheit und hinunterschaute mit einem
sanften Laecheln, waehrend es zu dem bescheidensten Besucher sagte: ’Ich
hoffe, Sie sind erfreut’.
Waehrend ich durch den Wald spazierte gelangte ich zu einem
Garten den nur wenige Anwesen ihr eigen nennen koennen: geschmackvoll
ausgelegt am Berghang und im Tal, ohne Einfriedung, sich allmaehlich verlierend
in einem Waeldchen zwischen Baechen und Wasserfaellen. Apfelbaeume und
Flieder standen in Bluete inmitten dieser vielfaeltigen Sinnesfreuden.
Kein anderer Ort in Irland gefaellt mir so sehr wie dieser
hier, wo eine Brise von Freiheit weht. Hier gibt es kein Schild auf dem
steh:’Betreten verboten’, kein Pfoertner der einem folgt mit der Mitteilung:’Mein
Herr erlaubt niemandem hier herumzulaufen ohne einen Passierschein’.
Der Besucher kann hier sitzen, stehen oder herumschlendern
in der Sommerbrise, erfuellt mit dem suessen Geruch jeder Blume mit dem
Wissen, dass all dies erschaffen wurde um sich daran zu erfreuen..
Mrs.
Asenath Nicholson, Ireland's Welcome to the Stranger (1847).
|